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Zypern- zum Sommerschluss 10/22

„Und gingest Du bis ans Ende der Welt, Du findest keine zweite Insel wie diese (Nikos Kazantzaki)
Die landschaftlichen Schönheiten der Insel haben uns schon mehrfach nach Zypern gezogen. Vieles hat sich verändert - und doch kehrt man gerne wieder zum Geburtsort Aphrodites zurück, die der Insel ihre Schönheit und Gastfreundschaft hinterlassen hat.

Regen und die niederen Temperaturen im September ließen uns noch eine sonnige Auszeit planen. Ende Oktober sind die Ziele mit Sonnengarantie im Mittelmeerraum schon recht rar. Doch Zypern ist um diese Zeit ein perfektes Ziel. Also nichts wie hin!



Die drittgrößte Insel im Mittelmeer, war eine englische Kolonie und ist seit 1960 eine eigenständige Republik. Mit der Unabhängigkeit kam die Frage auf, wer Zypern in Zukunft regieren sollte. Darüber begann ein heftiger Streit zwischen den griechischen und den türkischen Zyprioten. Aus dem Streit entwickelte sich ein langer Krieg.Der nördliche, türkisch besetzte Teil, wird nur von der Türkei völkerrechtlich anerkannt. Zwischen den beiden verfeindeten Landesteilen liegt die von der UNO eingerichtete Pufferzone, um Eskalationen zu vermeiden. Seit vielen Jahren werden unter Vermittlung der UNO Gespräche zwischen Vertretern beider Seiten geführt, mit dem Ziel, Zypern wieder zu vereinigen.


Da wir den Westen und die Südküste bereits kennen, soll es diesmal an die Ostküste gehen: Nicht in eine der Touristenhochburgen Ayia Napa und Protaras , sondern in ein kleines Adultsonly-Hotel in der ruhigen Zone dazwischen.

Erstmals mit dem Billigflieger WIZZ Air haben wir einen angenehmen und pünktlichen Flug Richtung Süden.

Mit dem Mietwagen geht es bei Linksverkehr - eine der Relikte des langen britischen Protektorats - an Larnaca und Ayia Napa vorbei nach Osten.

Die Infrastruktur ist in jeder Hinsicht großartig, vom modernen Flughafen über das das ganze Land durchkreuzende Autobahnnetz bis zu den Fahrrad - und Gehwegen und das dichte Busnetz in den Tourismusregionen. Alles sauber, gepflegt und großzügig.


Unser Hotel -Leonardo Crystal Cove - liegt in einem Vorort von Protaras, umgeben von luxeriösen Villen, unweit des Kap Greco. Der große Vorteil: hier ist es ruhig. Trotzdem kann man an dem herrlichen Strandweg entlang des Meeres sowohl Richtung Kap Greco als auch Richtung Protaras laufen.


Für uns gerade zu ideal, da wir ja Strandspaziergänge lieben und das nicht mehr so heiße Wetter ideal ist, morgens und spätnachmittags zu walken.

Neben der gepflegten Poolanlage zieht sich Richtung Strand noch eine große Liegewiese. Der Zugang zum Meer ist direkt beim Hotel nur über eine Treppe möglich, die nächsten Strände ein paar Gehminuten entfernt.


Dafür punktet unser Zimmer nicht nur mit Meerblick, sondern auch einem großen Außenbereich mit Whirlpool, den wir gerne nutzen, da die Sonne zu dieser Jahreszeit früh untergeht.

Großartig und für uns völlig überraschend kommt das günstige Upgrade auf All Inklusive. Unsere Absicht, einige Male auswärts essen zu gehen, erübrigt sich dank des guten Buffetangebotes und des italienischen Spezialitätenrestaurats im Hotel.


Jeden Tag schwärmen wir meist zu Fuß, aber auch mit dem Mietwagen aus, um die Schönheiten entlang der Küste und die Hauptstadt Nikosia zu erkunden.


Hier unsere Highlights :


Komnos Beach

In Gehentfernung zu unserem Hotel.

Zunächst erreichen wir ein kleines Kap, ein idealer Tauch- und Schnorchelplatz, um im kristallklaren und noch 27 Grad warmen Wasser Schildkröten und bunte Fische zu beobachten. Die Küste ist stark gegliedert und wir entdecken einige Höhlen. Weitergeht es über schöne Aussichtspunkte zur Komnos Bucht. Hier herrscht noch reger Badebetrieb, es ist traumhaft hier zu schwimmen.


Von hier aus führt auch ein gut ausgebauter Fuß -und Radweg entlang der Küste bis zum


Kap Greco.:

Der Nationalpark ist eine ausgesprochen interessante Naturlandschaft mit vielen von der Natur geschaffenen Schönheiten.



Besonders in der Abenddämmerung schlägt unser Fotografenherz höher.


Diese atemrberaubend schöne Küste zieht sich bis zur Love Bridge und den Höhlen vor Ayia Napa: Auch hier sagen Bilder mehr als viele Worte.



Ocean Walk nach Protaras:

Besonders genossen haben wir die Möglichkeit in das rund 5 Kilometer entfernte Protaras entlang eines herrlich angelegten Weges „strandeln“ zu können.

Anfangs eine reine Villengegend erreichen wir bald entzückende

Buchten und nähern uns einem der touristischen Hauptorte der Insel. Als ich hier vor 30 Jahren die Gegend erstmals besucht hatte, war die Küste noch großteils unbebaut. Auch wenn jetzt kaum mehr ein Flecken frei ist, so ist durch die geschickte und großzügige Planung die Küste noch intakt geblieben. So reichen die üppigen, subtropischen Gartenanlagen der großen Hotels bis zur einmaligen Strandpromenade: von mir bekommt sie den Namen „Coastal Highway“ , so grosszügig erbaut, mit ihren netten Lokalen und Aussichtspunkten und die darunter liegenden Strände. Auch an den kleinen Stränden ist für die notwendige Infrastruktur gesorgt, überall wurden moderne Sanitärhäuser errichtet, picobello gepflegt.


Parallel dazu, hinter den großen Hotels, befindet sich der „Strip“ mit unzähligen Lokalen und Geschäften nach dem Geschmack der hauptsächlich britischen Touristen. Das Einzige, was man hier vergeblich sucht , ist auch nur eine Spur von griechischem Flair.


Nikosia- Ausflug in die einzige geteilte Stadt der Welt


Über die Autobahn erreichen wir in rund einer Stunde Nikosia und parken nahe der die Innenstadt umgebenen Befestigungsanlage.


Schon von Weitem prangt sichtbar an einem Berghang die 165 Meter lange, aufgemalte Fahne der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern - unmittelbar hinter der „Green Line“, der von der UNO geschaffenen Demarkationslinie.


Der griechische Teil, speziell die Flaniermeile „Ledra Street“, sind gesäumt von schönen Geschäften und stylischen Cafés.

Wir erreichen den Checkpoint, nach der griechischen Grenze durchqueren wir die Pufferzone, menschenleer und trostlos.


Nach einer weiteren Grenzkontrolle auf türkischer Seite kommen wir in den nördlichen Teil - und sind begeistert. Authentisch präsentiert sich hier der türkische Stadtteil:


Durch schmale, von kleinen Geschäften gesäumte Gassen erreichen wir die Selimiye-Moschee, im 13. Jahrhundert als gotische Sophien-Kathedrale erbaut. 1571 wurde sie von den Osmanen in eine Moschee umgewandelt und mit zwei Minaretten versehen.



Die ehemalige Karawanserei Büyük Han ist bis heute einer der belebtesten Orte der Stadt. Über viele Jahrhunderte diente sie den Reisenden und Händlern als Schlafstelle und der quadratische Innenhof mit seiner Kuppelmoschee als Warenumschlageplatz.

Heute geht es hier noch immer sehr quirlig zu, die Lokale sind gut besucht und im oberen Stockwerk stellen Handwerker und Künstler ihre Waren her. Kein Kitsch sondern sehr authentisch!


Die unweit entfernten Markthallen sind noch heute intakt und haben im hinteren Bereich ein paar sehr pittoreske Ecken.


Nach einem typisch türkischen Essen überqueren wir wieder die Grenze.


Ein Besuch des zypriotischen Museums rundet unseren Besuch ab. In Zypern wurden viele antike Stätten (ganz besonders erwähnenswert die großartigen Mosaike in Paphos !) ausgegraben, leider wurden viele Fundgegenstände verkauft oder gestohlen. Besonders beeindruckt haben uns der hier präsentierte Teil der rund 2.000 Terrakotta-Figuren aus dem Agía Irini-Tempel . Die Krieger, Kentauren und menschengesichtigen Löwen sind wie damals zur Spätbronzezeit vor einem Altar ausgestellt. .



Fazit:

Wir haben die durchwegs späts ommerlichen Tage sehr genossen. Das Leonardo Crystal Cove als für hiesige Verhältnisse kleines Hotel in ruhiger Lage hat uns überzeugt. Wir wussten im Vorfeld, dass es hier keinen Strand gibt, dafür einen guten Einstieg um schnorcheln zu können.

(Mein Tipp für alle, die nicht im Zentrum von Protaras wohnen wollen und einen Strand bevorzugen: Cypria Maris mit schönem Strand , weitläufig und sehr gepflegt.)


Die Insel war durch das lange britische Protektoriat nie so griechisch geprägt wie das Mutterland. Die nach wie vor englischen Postkästen erinnern noch heute daran.

Wer typisch griechischen Flair sucht, wird ihn an der Küste leider kaum mehr finden.


Hat sich Zypern in den letzten Jahren an das Ausland verkauft ? Die Küste ist geprägt von einer kaum überschaubaren Zahl an (zu einem großen Teil leerstehenden) Luxusvillen. Wohl eine Folge der immer wieder in Frage gestellten Vergabe von „goldenen Pässen, die etwa Reisefreiheit in der EU gewähren. Zur Erlangung müssen die Antragssteller auf Zypern mindestens 2,5 Millionen Euro investieren.


Uns hat es jedenfalls wieder gut gefallen, nicht zuletzt dank des tollen Personals im Leonardo Crystal Cove, das uns jeden Wunsch erfüllt hat.

Das auch Ende Oktober noch bis zu 30 Grad warme Wetter, vor allem aber die erstaunlich milden Abende haben wir so wie das Baden im wohltemperierten Meer sehr genossen.



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