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Sardiniens Westen Mai/Juni 23


Vom Norden Sardiniens (Link zum Reisebericht ) kommend, fahren wir immer von bedrohlichen Gewitterwolken verfolgt über Sassari an die Westküste.Sardiniens.

Wir steuern den Aosta Camping Paradise Park an, der, für unsere weiteren Aktivitäten ein idealer Ausgangspunkt ist. Obwohl nur als Stellplatz deklariert, bietet er schöne parzellierte Parknischen und eine sehr gemütliche Atmosphäre. Zum Bombardes Strand mit einigen Strandlokalen ist es nur ein kurzer Fußmarsch durch den Pinienwald. Nur die Sanitäranlagen entsprechen nicht mitteleuropäischem Standard. Da wir autark sind, spielt das für uns keine Rolle.Auch das Restaurant ist sehr gemütlich.


Von hier aus unternehmen wir einige Ausflüge mit unserem Moped :


Capo Caccia

Das eindrucksvolle Kap ist insgesamt sieben Kilometer lang und fällt über 200 Meter nahezu senkrecht ins Meer ab.



Die Beschaffenheit des Kalkgesteins sorgt für ein großartiges Naturspektakel: Das Capo Caccia ist durchzogen von Höhlen und Grotten. Die spektakulärste ist die Neptunsgrotte,die wir über senkrecht hinab führende Treppen erreichen . Morgens hält sich der Andrang noch in Grenzen und so können wir in aller Ruhe die großen Säale mit ihren durch künstliches Licht gut in Szene gesetzten Tropfsteinformationen besichtigen.


Natürlich müssen die 650 Stufen auch wieder nach oben bewältigt werden. Der Aufstieg wird uns durch großartige Einblicke in die Felswand versüßt.



Alghero

mit seinen rund 40.000 Einwohnern eine der größten Städte der Insel , besticht das historischen Zentrum nicht nur durch seine kleinen Gassen, durch die wir uns treiben lassen, sondern auch durch seine zahlreichen mittelalterlichen Baudenkmäler und seine gut erhaltene Festungsanlage samt Stadtmauer direkt am Meer.



Die Stadt wurde 1354 von den Spaniern erobert und dieser Einfluss ist immer noch in der Stadt zu spüren: ein Teil der Bevölkerung verständigt sich auch heute noch in einem alten katalanischen Dialekt und auch die Straßen haben noch katalanische Namen.



Uns hat die Dünenlandschaft mit ihren herrlichen Stränden direkt am Stadtrand besonders gefallen. Der perfekte Platz für eine Mittagspause.



Porte del Conte

Als wir die Strände westlich unseres Platzes abfahren, entdecken wir ganz unverhofft die Bucht Porte del Conte mit dem Torre Nuovo . Ein bezauberndes Plätzchen vor der Kulisse des Capo Caccia .



Im Torre Nuova dann die nächste Überraschung. Hier befindet sich ein liebevoll gestaltetes Museum zu Ehren eines der größten Dichters des 20. Jahrhunderts:

Antoine De Saint-Exupéry lebte 1944 einige Monate in Alghero in der Bucht von Porto Conte, in einer Villa auf einer leichten Anhöhe gegenüber dem 1572 erbauten Torre Nuova. Als Pilot flog er für die alliierten amerikanischen Luftstreitkräfte, die auf dem Militärstützpunkt Fertilia stationiert waren, wo er mit Aufklärungsflügen über der französischen Küste betraut war, um deutsche Vorposten zu lokalisieren und zu fotografieren.



Torre del Porticciolo

Für uns ist dieser Ort dieSymbiose aus Natur, Kultur und Kulinarik.

Am nördlichen Ende des Capo Caccia. befindet sich diese pittoreske Bucht. Die Nuraghe ist einer von mehr als 7000 ihrer Art, über die ganze Insel verteilt. Es handelt sich um prähistorische Rundtürme aus Stein -bis heute konnte nicht geklärt werden, ob es sich um Wehrtürme, religiöse Kultstellen oder Gräber handelt.



Durch den feuchten Frühling mutet die Gegend mit ihrer noch grünen Flora fast etwas schottisch an. Auf unserer weiteren Fahrt sollte sich dieser Eindruck noch einige Male bestätigen.




Unmittelbar hinter der Bucht entdecken wir ein charmantes Agritourismo. Mit Glück ergattern wir einen Tisch und lassen uns mit typisch sardischen Gerichten aus eigener Produktion verwöhnen. Umgeben sind wir von italienischen Großfamilien, die hier ihr sonntägliches Mittagessen zelebrieren.



Obwohl das Wetter leider unbeständiger wird, brechen wir nach vier Tagen auf und fahren über die Küstenstraße nach Bosa- was für Eindrücke - trotz bewölktem Wetter!



Bosa

In der zauberhaften Kleinstadt vermischen sich Tradition und Moderne. Sehenswert sind die bunten Häuser, die sich am Flussufer und den Hang hinauf bis zur alten Burg verteilen.



Dieser Teil von Bosa gehört zum historischen Stadtteil Sa Costa. Die Burg der Familie Malaspina aus dem 12. Jahrhundert erreichen wir über steile Treppen, doch es lohnt sich! Wir besichtigen die Kirche mit mittelalterlichen Fresken und besteigen die Türme .



Wir werden mit einem prächtigen Panoramablick über die ganze Stadt, zum Hafen und der Einmündung des Temo ins Meer belohnt. Der Temo ist der einzige schiffbare Fluss Sardiniens. An seinem Ufer waren früher Gerbereien angesiedelt. Die schmalen Gassen mit den netten Lokalen sind reizend.




Wir haben großes Glück, denn kurz nach dem Mittagessen beginnt es zu regnen- und will gar nicht mehr aufhören.

Schön so flexibel zu sein! Da der Wetterbericht für diese Gegend nichts Gutes verheisst ändern wir unsere Route und fahren über Oristano weiter nach


Sant“ Antioco

Die Insel liegt vor der südwestlichen Spitze Sardiniens und ist über eine Brücke leicht zu erreichen. Bevor wir uns einen Platz suchen , besuchen wir noch den Markt in der Stadt ; hier gibt es auch einen zentralgelegenen Stellplatz (zum Marktbesuch kostenfrei)



Camping Tonnara liegt an der Westküste. Ein besonders sympathischer Platz an einer der

schönsten Strände, nicht überlaufen , gute Sanitäranlagen und großartiges Restaurant


Natur pur und Küsten mit ungewöhnlichen Felsformationen, die uns zeigen, was die Kraft der Naturelemente an Schönheiten hervorzaubern kann. Die Insel hat uns sehr überrascht zumal sie nicht zwingend auf unserer Route eingeplant war.



Weitab vom sardischen Jet-set Tourismus präsentiert sich uns die Insel mit urigen Strandbars und wenig touristisch..



Wir haben sie mit Angelo umrundet, herrliche Buchten und Strände entdeckt, die Hauptstadt besichtigt, die nachweislich eine der ältesten besiedelten Orte Italiens ist. Ausgrabungen haben Siedlungen aus dem 5. Jahrtausend v.Chr.(!) zu Tage gebracht, Die Römer bauten bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. eine Brücke , die die Insel mit Sardinien bis heute verbindet.



Auf der Rückfahrt entdecken wir tolle Felsformationen an der Steilküste, zu denen wir so weit möglich, hin wanderten.

Das absolute Highlight ist eine Bootsfahrt mit Max ( über die Reception des Campingplatzes zu kontaktieren), der uns die vom Land aus gar nicht sichtbaren Geheimnisse dieser Küste vom Meer aus näher bringt. Durch Grotten und Höhlen, vom Meer geformte Steinbögen und bizarre Skulpturen geht die Fahrt mit unserem kundigen Bootsführer-. Ein unvergessliches Erlebnis



Auch die Sonnenuntergänge , die wir bei köstlichem Essen im Restaurant beobachten können, sind eindrucksvoll.



Bis auf ein paar Tropfen am ersten Tag war das Wetter sonnig , wieder einmal sind wir der Schlechtwetterfront davon gefahren, denn über den Bergen der Insel konnten wir jeden Tag Regenwolken beobachten

Sobald die Wetter wieder beständiger wurde, geht es für uns nochmals ein Stück nach Norden. Keinesfalls verpassen wollen wir


Nebida

an einer der beeindruckendsten Panoramastraßen Sardiniens. Die Fahrt geht immer entlang der Küste, wobei sich die Straße in zahlreichen Kurven nach oben windet und dann an den Berghängen entlang schlängelt.

Zunächst erreichen wir Nebida, in einmaliger Lage direkt oberhalb der Steilküste.


Wie die anderen Ortschaften in dieser Gegend ist es ein ehemaliges Bergarbeiterdorf. Mit dem Niedergang des sardischen Bergbaus schien die Siedlung zunächst dem Verfall geweiht, dank der tollen Lage kommen nun immer mehr Touristen.


Ein Rundweg führt um einen großen Felsen und bietet phantastische Ausblicke auf den Golfo di Gonnesa, die Steilküste und die vorgelagerten Felsklippen wie dem berühmten „Pan di Zucchero“.

Wir entdecken aber auch Relikte aus der Zeit des Bergbaus. Auch eine Bar wurde im ehemaligen Sprengstoff-Magazin der hiesigen Mine angelegt.Unten am Meer sehen wir die Ruinen einer Erz-Waschanlage.



Cala Domestica

Ich sag’s ja immer, man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein! Im Sommer total überfüllt präsentiert sich uns die Bucht einsam und ( fast) verlassen. Da das Wetter nach wie vor für sardische Verhältnisse wechselhaft ist und die Bucht doch ziemlich entlegen, gehört sie uns fast alleine. Und sie präsentiert sich uns von ihrer schönsten Seite. Auf dem großen Stellplatz stehen gerade mal eine Handvoll Fahrzeuge und Tagesbesucher kommen kaum. Dabei glänzt das Meer unter der Sonne in seinen schönsten Farben !

Wir entdecken den Tunnel zur benachbarten Cala Lunga, schwimmen im gar nicht mehr so kalten Meer und gönnen uns einen Cocktail an der Strandbar.



Weiter geht es kurvenreich nach


Buggerru

Im Rahmen des Aufbaus der Bergbauindustrie im Südwesten von Sardinien wurde 1864 der Ort gegründet.

1904 kam es aufgrund der katastrophalen Arbeitsbedingungen der Bergleute zu Ausschreitungen, die den ersten Generalstreik in Italien zur Folge hatten.

Heute ist dieses Kapitel abgeschlossen, nur mehr ein paar alte Bergbaumaschinen erinnern an diese Zeit. Der Kontrast zwischen der wilden Steilküste und dem langen Strand von



San Nicola

zieht heute viele Touristen an. Auf dem Stellplatz mit genialer Aussicht auf den langen Strand finden wir ein tolles Plätzchen .



Ein langer Strandwalk bis zum anderen Ende der Bucht samt Einkehr in einer der Strandbars machen den Tag perfekt.



Der "wilde" Westen von Sardinien ist weitaus ruhiger und weniger touristisch als der Norden, Süden und Osten . Wir haben jeden einzelnen Haltepunkt hier sehr genossen!


Nun geht es ganz in den Süden...

Fortsetzung folgt





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