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Griechenland 2022/4 Messinien Kultur und Meer


Von der Mani kommend umrunden wir Kalamata, das wirtschaftliche Zentrum der Region. Unglaublich, wie fruchtbar dieses Gebiet ist. Orangenhaine und Olivenplantagen wechseln, an den Straßen werden säckeweise die Zitrusfrüchte feil geboten.



Wir steuern das antike Messene im Hinterland an.



Die antike Stadt blühte nach der Niederlage der Spartaner im 4. Jahrhundert v. Chr. auf und beendete so die über Jahrhunderte andauernde spartanischen Herrschaft. Da sie im Gegensatz zu vielen anderen Städten nie durch Gegner oder den Bau einer neueren Siedlung zerstört wurde, ist sie ein wahrer Schatz unter den Ausgrabungsstätten des Landes.

Man nimmt an, dass erst rund ein Drittel der Stadt freigelegt ist. Trotzdem können wir die Überreste eines Theaters, einer Agora und eines Gymnasiums, sowie eine Reihe von Heiligtümern, Tempeln, Statuen, Quellen und Residenzen - viele davon wurden durch die Schriften des Reiseschriftstellers Pausanias zum Leben erweckt - besichtigen.



Besonders reizvoll ist es, dass die Gebäude auch immer in ihrer früheren Gestalt skizziert sind, das macht die Besichtigung sehr spannend. Außerdem wird hier, dank privater Unterstützung, auch sehr vorsichtig versucht, einzelne Teile zu rekonstruieren.

Ein Musterbeispiel, an dem sich andere Ausgrabungsstätten in Griechenland orientieren sollten!



Schon bei der Anfahrt durchfuhren wir entzückende Orte und legen nun, nach der doch sehr umfangreichen Besichtigung, eine kurze Pause ein: was braucht es da mehr als ein entzückendes Lokal, einen grantiger Wirt und hervorragendes Essen!



Es geht wieder zurück zur Küste Richtung Koroni. Dort werden wir zunächst herb enttäuscht, da der Campingplatz bis auf den letzen Platz belegt ist. Kein Problem für uns - wir haben Plan B zu Hand. Wir reservieren für die kommende Woche einen schönen Stellplatz und fahren rund eine halbe Stunde weiter in die Bucht von Tsapi.

Tsapi ist speziell!



Von der Hauptstraße windet sich eine enge Teerstrasse knapp 8 (!) Kilometer durch dichte Macchia hinunter zum Meer - der Weg ist das Ziel: eine (um diese Jahreszeit) menschenleere Bucht mit einem fast leeren Campingplatz und zwei Tavernen- ❤️was brauchst du mehr?

Der Platz ist einfach, die sanitären Anlagen in die Jahre gekommen und doch ist es hier einfach nur schön. Was für eine Ruhe und Gelassenheit, von der man hier eingefangen wird. Untertags kommen ein paar kleine Boote in die Bucht. Uns wurde die Taverne von Maria empfohlen, die uns alle kulinarischen Wünsche erfüllt, sogar gefüllte Zucchiniblüten bereitet sie mir mit viel Liebe zu.



Am nächsten Morgen stehen Strandliegen und ein Schirm für uns bereit und so lassen wir uns drei Tage verwöhnen und die Seele baumeln.



Nach drei Tagen geht es zurück nach Koroni, einer sehr authentischen griechische Kleinstadt, auf die wir uns jetzt richtig freuen. Nicht umsonst ist der Campingplatz so beliebt, überall anders würde an diesem Ort ein (zumindest) 4 Sterne Hotel stehen - diese Aussicht und fußläufige Entfernung zur Stadt und der Burg und der gepflegte Garten mit Pool - hier fühlt man sich richtig wohl.



Koroni ist ein ehemaliger Fischerort, von drei Seiten vom Meer umspült ist sie auch die südlichstre Spitze einer der Finger des Peloponnes. Dominiert wird die Kleinstadt von der auf dem Hügel thronenden fränkischen Festungsanlage. Die ehemalige Burg ist noch lebendig, in der Oberburg befindet sich ein aktives Nonnenkloster. Bevor man dieses erreicht entdecken wir noch die alte byzantinische Aghia Sophiakirche.



Sobald man das Kloster betritt, ist man in einer anderen Welt. Der malerische Garten - üppig und farbenfroh bepflanzt - mit seinen vielen stillen Ecken - bezaubert. Als wir Sonntag morgens hier unsere Besichtigung starten, werden wir von den Gesängen der Nonnen begleitet.

Die Burg hat riesige Ausmaße und in ihrem Inneren befinden sich heute auch Olivenplantagen und Gemüsefelder.

Der Weg führt uns vorbei an netten Herrenhäusern wieder hinab zur Hafenpromenade mit seinen netten Bars und Restaurants.



Am nächsten Tag holen wir uns morgens nicht nur direkt vom Fischer unser Mittagessen, sondern auch am Markt frisches Obst und Gemüse. Heute wird gegrillt!



Der Abschied von Koroni fällt uns schwer. Nur eine kurze Fahrt haben wir zurück zu legen, um Finikounda zu erreichen. Das nur 600 Einwohner zählende Fischerdorf ist in den letzten Jahren zunehmend von den Touristen entdeckt worden. Seine Ursprünglichkeit hat es sich dadurch bewahrt, dass es an dem langen Sandstrand statt großer Hotels nur Campingplätze und kleine Pensionen gibt.


Auf dem kleinen Camping Thines checken wir ein, auch hier ist es schon recht voll, aber sehr ruhig.

Am Abend erwacht die Hauptstraße von Finikounda zum Leben, hier wird flaniert, geshoppt, gegessen oder auch nur ein Drink an einer der Bars mit Meerblick geschlürft.

Das Panorama ist großartig, im Vordergrund der kleine Hafen, im Hintergrund die vorgelagerten Inseln.



Wir machen einen ausgedehnten Strandwalk zum Ende des Sandstrandes, mit überraschend ausgeprägten Dünen.



Nun zieht es uns an die Südspitze des westlichen Fingers des Pelponnes:

Methoni, die noch heute gut erhaltene und aufgrund ihrer Größe imposante Burganlage wurde von den Venezianern nach Vertreibung der in dieser Region ansässigen Piraten im 12. Jahrhundert erbaut und diente wie die Festung Koroni als wichtiger Stützpunkt für die Schifffahrt Richtung "Heiliges Land". Ab ca. 1500 n. Chr. wurde die Festung von den Türken erobert, die sich hier über mehr als 300 Jahre behaupten konnten.


Das Highlight der Festung ist der Turm, der sich an der Spitze der Festung Methoni im Meer befindet. Die Ausmaße der Befestigungsringe sind riesig, die Erhaltung wird von der EU mit großzügigen Förderungen möglich gemacht.




Nur 11 Kilometer entfernt wartet schon das nächste kulturelle, vor allem aber auch historisch bedeutende Highlight:

Pylos und der Golf von Navarino


Fortsetzung folgt …

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