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Griechenland - Peloponnes 2022/ Planung- Anreise mit Stopps in Padua und Bologna


Als wir im letzten Jahr von unserer Griechenlandtour zurückkehrten, wußten wir bereits, dass es - insbesondere auf dem Peloponnes - noch etliches für uns „zu erfahren“ gibt.

Über die Wintermonate erstellten wir nach ausgiebiger Recherche eine Tour, die an die Fahrt 2021 anschließen sollte.


Im Gegensatz zum letzten Jahr wollten wir diesmal bereits VOR der heißen Jahreszeit den Peloponnes bereisen. Zum frühest möglichen Zeitpunkt kontaktierten wir Rania , die für uns wieder die Fähre von Venedig nach Patras buchte. In diesem Jahr zahlte sich die frühe Buchung besonders aus, da sie von den mehrmaligen Preiserhöhungen infolge der Energiekrise verschont blieb.

Unsere Sehnsucht und Vorfreude stieg von Monat zu Monat und wir fieberten unserer Abreise entgegen.

Gedämpft wurden unsere Reisevorbereitungen, als wir kurzfristig erfahren mussten, dass unsere Fähre ab Venedig gestrichen wurde und wir wieder über Ancona anreisen müssen.

Bella Italia- Padua und Bologna


Als Mobilist kann man mit solchen kurzfristigen Änderungen gut umgehen, ja es macht sogar Spaß, spontan die Route zu ändern.

So peilen wir als erste Ziele - Padua und Bologna - an, zwei Städte, die man am Weg nach Süden immer nur vom Vorbeifahren kennt. Mal sehen, ob sie einen Besucch wert sind .

Da die Fahrt problemlos war, haben wir noch genügend Zeit erste Eindrücke zu sammeln. Schon bei der Anfahrt verlieben wir uns in diese Stadt, die von kleinen Kanälen durchzogen wird.

Wir parken Archie auf einem geradezu idealen Stellplatz in unmittelbarer Nähe des Prato della Valle und somit fussläufig zum Zentrum.


Padua war ab dem 11. Jahrhundert ein ehrgeiziger und aufstrebender freier Stadtstaat. 1222 wurde – nach Bologna und Modena – die Universität Padua als dritte Universität in Italien gegründet, die schnell einen hervorragenden internationalen Ruf erlangte, vor allem auch durch berühmte Lehrer, wie z.B. Galileo Galilei. Zur damaligen Zeit waren ein Heiliger und eine ihm geweihte Basilika ein noch wichtigeres Element, um Reichtum, Macht und Ansehen einer Stadt zu mehren. Bereits knapp ein Jahr nach seinem Tod wurde Antonio (ein gebürtiger Portugiese, der die letzten Lebensjahre in Padua wirkte)vom Papst im Jahre 1233 heilig gesprochen und seitdem wird der Heilige hier hoch verehrt und hat wesentlich zum Ruhm der Stadt beigetragen.

Und so zieht es uns zunächst zur San Antonio Basilika. Das riesige Kirchenschiff mit den prachtvollen, freskenbemalten Seitenkapellen, das Grab des Hl. Antonio, das noch heute ehrfurchtsvoll von den Pilgern berührt wird, die barocke Reliqienkapelle - alles ausgeschmückt von den besten Künstlern ihrer Zeit… Wir sind überwältigt von so viel Schönem, lassen uns in den Kreuzgängen auch von den romanische, gotischen und byzantinischen Einflüssen an diesem Prachtbau beeindrucken.


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Wie wir am nächsten Tag feststellen, war unser erster Besuch am Nachmittag geradezu ideal, da am Samstag unzählige Pilger vor Ort sind.

Durch die Einkaufsstraße geht es Richtung Stadtzentrum- es ist heiß geworden und wir freuen uns über eine Erfrischung unweit des venezianischen Uhrturms.



Vorbei an den schönen Palazzi geht es zur Kathedrale, einem Bau Michelangelos, der in seiner Schlichtheit im extremen Gegensatz zur San Antoniobasikika steht. Umso beeindruckender das daneben liegende Baptisterium aus dem 12. Jh. , prall gefüllt mit den Fresken von Giusto de’ Menabuoi. Kurz vor der Schließung können wir die Malereien in dem nun fast menschenleeren Raum auf uns wirken lassen.



Müde von der Fahrt und den Besichtigungen geht es zurück zu Archie. Wir entdecken eine nette Trattoria - TerazzoCarducci- unweit unseres Stellplatzes, wo wir auf einer Dachterrasse mit herrlichem Ausblick auf die Basilika von Guistina sehr gut essen.

Die Nacht ist ausgesprochen ruhig und wir brechen morgens erholt auf.

Unweit unseres Stellplatzes befindet sich der eindrucksvolle Prato della Valle, einer der größten Plätze Europas. Eingerahmt von unzähligen Statuen berühmter Bürger der Stadt ist er ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung - besonders an einem Tag wie heute: Samstag ist hier Markttag und der riesige Platz wird gänzlich mit Marktstände aller Art belegt. Was für eine Vielfalt, Frische und was für ein reges Treiben!



Wir punkern unsere zahlreiche Einkäufe im Archie und besuchen anschließend den botanischen Garten der Stadt, der uns allerdings etwas enttäuscht, einzig der Blick vom Seerosenteich auf die Guistinabasilika ist ein Hingucker.



Im Gegensatz zu gestern, als wir am Nachmittag unterwegs waren und die Stadt recht verschlafen wirkte, ist es heute sehr belebt - was für ein Treiben auf dem Markt an der Piazza Delle Erbe und in der Markthalle des Palazzo della Reggione mit seinen Feinkostläden.

Ein (oder waren es doch mehr😉)Aperol Spritz in der Bar Margherita an der Piazza della Frutta , dabei können wir das rege Treiben gut beobachten!


Danach geht es zum absoluten kulturellen Highlight der Stadt, der Cappelladegli Scrovegni. Der berüchtigte Banker Scrovegni ließ diese Kapelle bauen, um sich mit der Kirche zu versöhnen, der seine korrupten Machenschaften missfielen.

Der begnadete Maler Giotto schuf hier ein Meisterwerk. Das Ungewöhnlichste an der Scrovegni Kapelle ist die große Klarheit des Raumes und der Malerei. Giotto erreicht diese Klarheit durch einen einfachen Trick. Er gliedert die Längswände der Arenakapelle mit einer gemalten Rahmung in vier Reihen und teilt diese Reihen in quadratische Felder auf. In jedes dieser Felder malt er genau eine Szene .

Dabei konzentriert er sich immer auf das Wesentliche der Handlung und die zentralen Figuren. Dadurch wirken die Episoden sehr klar und verständlich. Die vollständig erhaltenen Fresken sind so eindrucksvoll, sodass die leider begrenzte Besuchszeit (20 Minuten, nur mit Onlinevorabreservierung) viel zu schnell vorbei ist. Was uns bleibt sind die Aufnahmen dieser eindrucksvollen Kapelle.


Auf dem Rückweg kaufen wir italienische Feinkostspezialitäten ein, Abendessen gesichert!


Vor dem leckeren Schmaus legen wir noch die 130 Kilometer nach Bologna zurück und checken auf dem gut belegten Campingplatz außerhalb der Stadt ein.


Die direkt vom Campingplatz startenden , im 2- Stundentakt verkehrenden Busse , sind für uns ideal, um in knapp 15-minütiger Fahrt ins Zentrum von Bologna zu gelangen. Von der Endstelle geht es die Haupteinkaufsstraße „diritissima“ zum Hauptplatz. Die stattlichen überdachten Laubengänge -rund 38 km in der ganzen Stadt- sind nur ein Zeichen dafür, wie wohlhabend die Stadt in früheren Zeiten gewesen sein muss.


Die Häuser, aber auch Kirchen und Paläste wirken ausladend und mächtig. So ist auch die Basilika am Hauptplatz eine der flächenmässig größten Kirchen. Und auch die zwei größten, noch erhaltenen Geschlechtertürme (früher waren es weit mehr) zeugen von der Macht der Adelsfamilien.


So beeindruckt auch die Kathedrale als einer der größten Kirchen Italiens , vor allem die Kapelle der Heiligen 3 Könige mit herrlichen Fresken begeistert uns.


Wir besuchen San Domenica und die Kirche St. Maria della Vita mit ihren herrlichen Skulpurengruppen aus Terrakotta- kaum zu glauben, wie der Künstler Niccolò dell'Arca es fertigbrachte, die Mimik der Menschen so in Stein zu formen!


Leider war die älteste Universität des Landes sonntags geschlossen- sicher sehr sehenswert.


Gegen Mittag wird die Stadt, obwohl Sonntag und sommerliches Wetter, immer voller. In den Straßen mit ihren Feinkostgeschäften und Restaurants ist kaum mehr ein Platz zu ergattern. Wir besuchen den Mercator du Manzo, einen kleinen, aber feinen Streetfoodmarkt, an dessen Ständen man je nach Lust und Laune die Spezialitäten der Stadt verkosten oder auch für zu Hause mitnehmen kann.


Auch im bekannten Feinkostladen Tamburini schauen wir vorbei, durchschlendern die Straßen mit den vielen kulinarischen Verlockungen, alle prall gefüllt mit Menschen.

Wir nutzen die Gelegenheit uns mit Prosciutto und Käse für die Wochen in Griechenland einzudecken.

Ein richtig gutes italienisches Gelato gönnen wir uns noch am Rückweg zur Busstation.

Schön einmal diese Stadt besichtigt zu haben, die man sonst nur von ihrem Autobahnkreuz auf dem Weg in den Süden im Vorbeifahren kennt.


Überfahrt Ancona- Patras


Die Weiterfahrt nach Ancona ist problemlos. Wir checken bei Anek Lines ein und haben Glück, dass es nicht heiß und windig ist, so ist das Warten bei der Fähre nicht zu heiß. Immer wieder beeindruckend, diese reisigen Fährschiffe!


Auf der Superfast XI wird uns ein gerade zu idealer Platz zugewiesen, luftig und ohne direkte Nachbarn!

Wir erkunden das Fährschiff, genießen die Nachmittagssonne und am Abend ein gutes Essen mit Meerblick.


Am Achterdeck geht die Sonne unter und wir tauschen uns mit anderen Mobilisten aus.

Als wir morgens aufwachen, sind wir bereits in griechischen Gewässern und schon bald laufen wir in den Hafen von Igoumenitsa ein. Für die weitere Strecke nach Patras brauchen wir nochmals 6 Stunden, die wir an Deck genießen.


Das Auschecken funktioniert ebenfalls reibungslos und flott.


"Yassas Griechenland" -jetzt geht es erst richtig los!



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