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Mal nach Norden über die Grenze geschaut... Kurztripp zum Moldaustausee und Krumlov


Tschechien schien für meine Generation über viele Jahre unserer Jugend unerreichbar - das Land hinter dem Eisernen Vorhang. Bis auf Besuche in Prag oder aus beruflichen Gründen blieb es uns unbekannt. Seit der Öffnung hat sich viel getan und die vielen positiven Erzählungen machten uns neugierig. Bereits vor zwei Jahren wollten wir Südböhmen besuchen, leider verhinderte damals die Pandemie unser Vorhaben.


Doch jetzt war es soweit: Wir wollen den Moldaustausee und Krumlov besuchen.

Als wir von Linz kommend die Grenze passieren, können wir auf der kleinen Nebenstraße, die uns an den Lipnostausee führt, nicht mal mehr einen Grenzbalken sehen.

Eingebettet in die herrliche Natur des grenzübergreifenden Nationalparks und Landschaftsschutzgebietes Böhmerwald ist der rund 40 Kilometer lange Stausee zu einer der beliebtesten Touristenregionen des Landes avanciert. Das „Südböhmische Meer“, wie der See auch genannt wird, entstand in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, um Budweis und Prag vor Hochwassern der Moldau zu schützen.



Besonders am Nordufer hat sich eine beachtliche touristische Infrastruktur entwickelt. So gibt es herrliche Fuß- und Radwege entlang des Sees und ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten.

Wir fahren den Camping Panorama in Lippno an, der sich bis an das Seeufer erstreckt.

Der freundliche Besitzer hat für uns einen Platz in nächster Lage zum Seeufer reserviert - besser gehts nicht!



Nachdem wir uns eingerichtet haben, erkunden wir die Umgebung - und sind begeistert! Das Seeufer ist durchgehend frei begehbar, gepflegte Rasenflächen locken am See, die als Liege- und Spielwiesen genutzt werden, ohne Eintritt und mit unendlich viel Platz für jedermann.


Der See bietet Wassersportlern jede Art von Freizeitaktivitäten.

Eines muss man allerdings wissen: Selbst an heißen Sommertagen gibt es hier Abkühlung- jedenfalls nachts. So wachen wir trotz wolkenlosen Himmels bei rund 13 Grad auf und freuen uns über die Sonne, die hinter den Bäumen hochsteigt.

Rauf auf die Räder und den See erkunden!



Wir schätzen den musterhaften Radweg, der von Fußgängern, Skatern und Radlern jeden Alters frequentiert wird. Immer wieder stoppen wir, um Blicke auf den weitläufigen See zu erhaschen. Der mächtige Wald zieht sich bis zum Wasser und spendet kühlenden Schatten. So mancher Fischer versucht sein Glück.



Besonders hat uns Frymburk gefallen, im Gegensatz zu Lippno ein gewachsener Ort mit vielen netten Ecken. Von hier gibt es auch eine Fähre an das gegenüber liegende Seeufer.

Der riesige Campingplatz am See punktet mit großer Weitläufigkeit, Stellplätzen (aus Umweltschutzgründen nicht für Wohnmobile) direkt am Ufer, tollen Sanitäreinrichtungen und einer sehr gechillten Atmosphäre.



Auch das Hinterland hat einiges zu bieten LiPino ist ein beliebtes Wintersportgebiet, auch wenn es für uns Österreicher etwas flach anmutet.

An einer der Erhebungen wurde ein Baumwipfelpfad errichtet - eine nette Wanderung dorthin und dann auf Stegen zwischen den hohen Bäumen gemächlich bis zu deren Wipfeln. Der Ausblick über die endlosen Weiten des Böhmerwaldes ist beeindruckend.



Abends nutzen wir nicht nur das große Angebot an Gaststätten, sondern begeistern uns ebenso an der Abendstimmung am See.



Dann aber „husch- husch“ in den noch von der Sonne aufgewärmten Archie, denn es wird auch heute wieder schnell recht frisch.

Frühmorgens können wir auch wieder den noch menschenleeren See aus der Vogelperspektive aufnehmen.




Auch den westlichen Teil des Sees besuchen wir. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas, von der hippen Strandlocation bis zu einsamen Camps am Seerand, jeder findet hier sein Plätzchen.



Nur rund 25 Kilometer entfernt wartet das zweite Ziel unseres Kurztrips:

Krumlov

Wie auf einem halboffenen Handteller liegt vor uns eine Stadt mit altem Ruhme und Zauber.
Sie liegt im doppelten Mäander der Moldau, dessen Flussbett tief in die felsigen Hügel eingeschnitten ist, welche der Stadt und der Burg die natürlichste Basis bieten, die solche Bauformen je erhalten konnten.


Dieser Text aus unserem Reiseführter machte uns neugierig diese Stadt zu erkunden.

Wir stellen Archie auf einem der vielen organisierten und kostenpflichtigen Parkplätze rund um das Stadtzentrum ab. Da der Platz speziell für Mobilisten konzipiert ist, können wir hier (ohne Campingverhalten) die Nacht verbringen. Hinter dem Parkplatz erstreckt sich eine riesige Rasenfläche, auf der wir Archie für die nächsten Tage ein schönes Plätzchen suchen - moderne Toiletten sind tagsüber vorhanden. Die Gehentfernung zum Stadtzentrum beträgt nur wenige Gehminuten - warum gibt es so etwas nicht auch in anderen Städten?



Krumlov ist wohl eines der schönsten Beispiele einer Stadt ohne jegliche Bausünden.

Die Geschichte der Stadt erklärt auch warum:

Die ursprünglich gotische Burg stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde sie von den mächtigen Adelsfamilien Rosenberg, Eggenberg und Schwarzenberg um- und ausgebaut. Besonders die Umgestaltung in der Renaissancezeit prägt heute das Erscheinungsbild des Schlosses, aber auch vieler Stadthäuser. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Schloß vom Staat annektiert. Sowohl die Stadt als auch die Burg wurden nie durch Kriege zerstört und das mittelalterliche Stadtbild blieb so vollständig erhalten.


Zunächst durchqueren wir einen Grüngürtel, der sich bis zur Rückseite der mächtigen Burganlage erstreckt und auch die ganze Altstadt umgibt.

Die überdimensionalen Bogengänge durchschreiten wir und sind fasziniert von dem Ausbluck, der sich uns bietet.






Jetzt können wir auch nachvollziehen, dass dieser Ort vor der Pandemie von (vornehmlich asiatischen) Touristenscharen überrannt wurde.

Die Spaziergänge durch die Stadt lassen unser Fotografenherz höher schlagen, deshalb diesmal mehr Bilder als viele Worte.


Zum Vergrößern auf die Fotos klicken!


Was für ein Treiben auf dem Moldaufluß, der in seinem mäanderähnlichen Verlauf die Stadt um- und durchfließt: Eine Stadtbesichtigung der ganz anderen Art - sich im Boot auf dem Fluß durch die Stadt treiben zu lassen.




Auch wir haben uns diesen Spaß nicht entgehen lassen, insgesamt 20 Kilometer sind wir die Moldau im Kanu flußabwärts gefahren und waren von der Landschaft, dem schönen Böhmerwald, fasziniert, Natur pur! Ein unvergessliches Erlebnis!



Zurück in der Stadt lassen wir uns erneut von deren Charme bezaubern. Der weitläufige Schloßpark bietet uns am heißen Nachmittag willkommenen Schatten. Auch kulinarisch hat Krumlov einiges zu bieten, man kann wunderbar in alten Gemäuern oder am Ufer der Moldau speisen. Ja, und im kühlen Burggraben trifft man auch die Bären der Stadt.



Mein absolutes Highlight ist die Creperie am Fuße des Burgberges, Waffeln und Crêpes für jeden Geschmack!


Am Heimweg stellen wir fest, dass diesmal die Zeit einfach zu kurz ist, um noch weitere Besichtigungen lohnenswerter Ziele in der Umgebung zu besuchen.

Einzig in Vyssi Brod direkt an der Grenze können wir noch einen Stopp einlegen und das wunderschön gelegene Zisterzienserstift besuchen.




Fazit:

Südböhmen bietet sowohl für Naturliebhaber als auch Kulturinteressierte eine große Anzahl lohnender Ziele.

Gute Infrastruktur und große Gastfreundlichkeit machen den Besuch sehr angenehm.

Einzig bei den Führungen muß man darauf achten, wann es diese in deutscher oder zumindest englischer Sprache gibt. Montags sind viele Sehenswürdigkeiten geschlossen.



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