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Griechenland 2021 Teil 3 - Sind wir wirklich in Griechenland?

Da uns die Fähre als erstes Auto "ausspuckt", sind wir - nach problemlosen Einreiseformaltäten - schneller als gedacht auf der Autobahn und nähern uns in flotter Fahrt dem mächtig vor uns aufragenden Pindosgebirge.

Die Autobahn ist großartig durch das unwegsame Gelände angelegt. Nach rund einer Stunde Fahrzeit erreichen wir Ioannina, die Hauptstadt des Epirus. Unser Stellplatz liegt direkt am See. Nur drei andere Camper stehen auf dem großen Areal, was für ein schönes, ruhiges Plätzchen!



Die Sanitäranlagen sind einfach aber sauber. In unmittelbarer Nähe gibt es jede Menge Geschäfte, zum historischen Zentrum geht man ca. 15 Minuten.

Bei einem ausgedehnten Rundgang sind wir von der bis heute multikulturellen Stadt begeistert. Die imposante Burg wurde im 6.Jh.n.Chr. von Kaiser Justinian errichtet und stellt die ältreste byzantinische Festung Griechenlands dar. Sie wuchs zu einer Stadt - in- der Stadt und wurde Zentum des geistigen und kulturellen Lebens. Es war auch das Zuhause des legendären Ali Pascha. Noch heute kennt man die Redewendung, die auf seinen großzügigen Lebensstil hindeutet: "Leben wi ein Pascha". Die Koexistenz der christlichen, islamischen und jüdischen Kultur ist noch an vielen historischen Bauten zu erkennen. Bis heute ist die Stadt osmanisch geprägt.


Die Abendstimmung am See ist einmalig. Erst wenn es dunkel ist, erwacht die Stadt zum Leben und am Platz mit den unzähligen Lokalen lassen wir es uns schmecken. Moussaka oder Tsaziki sind hier Fehlanzeige - dafür werden uns Forellen oder Froschschenkel kredenzt - sind wir wirklich in Griechenland?

Andreas ist schon früh auf, um mit der Drohne ein paar Impressionen einzufangen. Nicht wissend, daß sich nur einen Kilometer entfernt eine Militärbasis befindet, lässt er die Drohne steigen. Über dem See erhält der die Warnung sich in einer unautorisierten Zone zu bewegen, leitet den Rückflug ein und sieht die Drohne vor sich in den See stürzen. Da im See aufgrund von Umweltschäden absoluters Badeverbot besteht, ist die Drohne verloren- ein herber Verlust!


Etwas angeschlagen machen wir uns auf den Weg hinauf in das Pindosgebirge. Immer höher windet sich die Straße in Richtung Zagoriadörfern hinauf. Wir sind begeistert von der Unberührtheit der Berglandschaft, den tief eingeschnittenen Tälern und den pittoresken Bergdörfern mit ihren Steinhäusern.


Den ersten, im wahrsten Sinne des Wortes, Höhepunkt - die Vikosschlucht können wir von zwei großartigen Aussichtspunkten bewundern.

Die Vikosschlucht ist mehr als 20 km lang und ihre steilen, fast senkrecht abfallenden Felswände sind bis zu 1000 m tief, die Relation zwischen der enormen Tiefe und der geringen Breite bringt die Schlucht sogar als tiefsten Canyon der Welt in das Guinnessbuch der Rekorde.


Der Gegensatz zwischen den schroffen Wänden mit ihren Baumwipfeln, die in den Himmel zu ragen scheinen, und dem satten Grün in der tiefen Talsohle ist beindruckend.

Vom Oxia-Aussichtspunkt haben wir einen schwindelerregenden Blick in die Tiefe. Auf der Fahrt dorthin kann man auch die für diese Gegend typischen Steinwälder bestaunen.




Besonders gefallen hat uns der Spaziergang durch das Bergdorf Monemdendri. Auf den für die Zagoriadörfer typischen gepflasterten Steinwegen geht es zum Kloster Agia Paraskevi. (aus dem 15. Jh.), da direkt es in die Felswand gebaut wurde und von dessen Balkon wir nochmals fantastische Ausblicke in die Schlucht haben. Der von dort in die Steilwand führende Pfad ist definitiv nur etwas für Schwindelfreie!


Am Rückweg stärken wir uns in einer der Tavernen des Ortes mit traditionellen Gerichten aus der Region.


Weiter geht es nach Kipi, dem früheren Zentrum der Zagoriadörfer. Deren Übersetzung "Zagori" -das “Land hinter den Bergen“- trifft auf diese gebirgigen Umgebung eindrucksvoll zu. In der Umgebung von Kipi kann man die berühmten Jahrhunderte alte Steinbrücken entdecken.


Von dort wollen wir "direkt" über das Gebirge zum Aoou Stausee nördlich von Metsovo fahren. Die rund 60 Kilometer lange Strecke ist eine Herausforderung für Archie und Andy. Die Straße über mehrere Bergrücken und durch wildromantische Täler ist kurvenreich, schmal und teilweise in schlechtem Zustand.

Nur zwei Autos begegnen uns auf der ganzen Strecke, kein Wunder, dass teilweise die Natur die Fahrbahn wieder in Besitz genommen hat.

Gut zwei Stunden, die wir aber nicht missen möchten, dauert die Fahrt und wir werden mit tollen Fotomotiven belohnt, wer erwartet denn in dieser Gebirgslandschaft einen natürlichen Seerosenteich mitten im Wald?


Der Aoou See liegt auf 1350 m Seehöhe und ist einer der wichtigsten Süßwasserspeicher des Landes. Ein ganz besonderer Platz, zumal wir auch direkt am See einen schönen Stellplatz zum Übernachten finden. Am Ende dieses besonders trockenen Sommers ist der Wasserstand niedrig, aber das 20 Grad warme Wasser lädt zu einem erfrischenden Bad ein.




Während gegen Abend das Kataragebirge im Hintergrund von der Sonne beleuchtet wird, genießen wir die Ruhe am See. Und auch hier, in dieser eher nordisch anmutenden Umgebung, stellen wir uns wieder die Frage: Sind wir nun wirklich in Griechenland?


Die Nacht ist recht kühl, doch sobald über dem See die Sonne aufgeht erwärmt sie Herz und Gemüt.


Wir machen uns auf den Weg, umrunden den See, passieren Almen, Kuhherden und Schilifte, fast wie eine Fahrt durch unsere Alpen. Raubvögel umkreisen uns, während sich die hier ebenfalls lebenden Bären uns nicht zeigen.

Bald erreichen wir Metsovo, eines der touristischen Bergdörfer in großartiger Lage - bekannt nicht zuletzt wegen des berühmten (Räucher)-Käses und des bekannten Weines. Wir stellen uns recht frech direkt auf den Hauptplatz, der am Vormittag noch nicht sehr bevölkert ist, auf einen Busparkplatz. Wir schlendern durch die engen Gässchen und verkosten und kaufen ein paar der Spezialitäten.


Schon bald geht es mit dem Ausblick auf das mächtige Kataragebirge über eine bestens ausgebaute Straße hinunter zur Autobahn.

Den Kataragebirge durchqueren wir durch ein paar Tunnels. Danach verlassen wir die Autobahn auch schon wieder und fahren die kurvenreiche, aber gut ausgebaute Straße immer abwärts nach Kalambaka. Und plötzlich tauchen sie wie aus dem Nichts vor uns im Dunst auf - die Felsen von Meteora!


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