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Kroatien 2022: Odmoree und Mandarino - Gemütlich unterwegs in der XL Version


Seit 45 Jahren bereisen wir das heutige Kroatien von Istrien bis Dubrovnik. Vor und kurz nach dem Krieg war es oft ein mühsames Reisen. Damals waren die Straßen in schlechtem Zustand, die durchgehende Autobahn existierte noch nicht. Überall gab es die für den Balkan typischen, unschönen Ecken. Unsere Segeltörns und Familienurlaube in Süddalmatien und die Besuche der Nationalparks sind uns in bester Erinnerung. Nur von der Durchreise war uns Zadar bekannt und den vorgelagerten Inselarchipel kannten wir nur aus Erzählungen.


Im Gegensatz zu unserem Roadtrip nach Griechenland im Frühjahr, legen wir diese Reise ganz anders an: Wir wechseln nicht wie gewohnt, spätestens alle 2-3 Tage unseren Standort, sondern fahren in Kroatien nur zwei kleine Campingplätze an, von denen aus wir Ausflüge planen.

Denn wir haben Zuwachs bekommen ! 😀💪

Um vor Ort mobiler zu sein, haben wir uns Angelo zugelegt, unseren Engel auf zwei Rädern, eine Piaggio Medley 125.



Lange haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir Angelo transportieren. Da wir mit dem Moped im oder am Auto die Gewichtsgrenze von 3500 kg überschritten hätten, haben wir unseren 20 Jahre alten Anhänger auf Vordermann gebracht. Bei dieser Reise wollen wir testen, ob diese Lösung für uns passt oder ein Queranhänger die bessere Alternative wäre. Auf eine beachtliche Länge von knapp 10 Metern sind wir nun angewachsen, doch bietet der Anhänger auch noch Platz für das einr oder andere nützliche Teil. So können wir diesmal auch unser Kanu mitnehmen.

Als erstes Übernachtungsziel visieren wir den Stellplatz „Oliver kocht“ knapp vor der österreichisch-slowenischen Grenze an.

Der riesige Platz unweit der Autobahn hat den großen Vorteil, dass man auch mit langen Gespannen gut stehen bleiben kann ohne den Anhänger abzukuppeln. Für 20 Euro/ Nacht stehen saubere Sanitäranlagen, Frischwasser und Entsorgung zur Verfügung. Wir schlafen quasi in einem Bett im Kornfeld!


Zum Wochenende ist das Restaurant geschlossen, es wird jedoch Backhendl und Schnitzel „to go“ angeboten. Zusammen mit lieben Campingnachbarn und einer guten FlascheWein starten wir bestens gelaunt in den Urlaub!

Wieder mal zur rechten Zeit verlassen wir Österreich, wo gerade der Hochsommer mit Regenfällen zu Ende geht.

Frühmorgens geht es Richtung Süden, wo wir gegen 11 Uhr die kroatische Küste und kurz darauf das Kamp Odmoree erreichen.



Während auf der Fahrt die Sonne gegen den Nebel ankämpft, erwartet uns an der Adria strahlender Sonnenschein mit klarer Sicht.

Odmoree ist ein ganz besonderer Platz:

Unterhalb der Straße Richtung der Insel Pag haben Martina und ihr Mann ein kleines Paradies geschaffen.


Wir stehen auf einem der wenigen Stellplätze, unterhalb das Pool, die Bar und das weite Meer.

Statt eines Schattendaches ist der Platz vollkommen mit Bäumen überwachsen, die nicht nur vor der Sonne, sondern auch vor dem Wind schützen.



Der gepflegte Strand, der an den kleinen Hafen angrenzt, vor allem aber das glasklare, warme Wasser ziehen uns magisch an.

Nur ein paar Meter vom Kamp entfernt ist der Strand vollkommen unberührt - rein ins (gar nicht) kühle Nass!


Danach wird Angelo entladen und wir erkunden die Umgebung samt nettem Restaurant.

Zum Sonnenuntergang suchen wir uns ein nettes Plätzchen am Hafen und genießen!



Mopedausflug nach Zadar und Nin

Da es am nächsten Tag morgens etwas bewölkt ist, satteln wir Angelo erneut und legen problemlos die rund 30 Kilometer nach Zadar zurück. Auf dem Hinweg fahren wir zu einem herrlichen Aussichtspunkt - teils über Schotterstraße - und werden belohnt: Der Rundumblick vom mächtigen Velebitgebirge über die Insel Pag in Richtung Nin und Zadar ist sehr beeindruckend.



Zadar selbst ist geradezu überfüllt mit Touristen. Mit Angelo haben wir kein Problem über die Brücke direkt auf die Halbinsel zu fahren und an der Stadtmauer einen Parkplatz zu finden.

Wir besuchen den Markt und die vielen schönen Plätze, die diese Stadt zu bieten hat. Allerorts können wir die Relikte aus römischer Zeit und die vielen Gebäude mit venezianischer Vergangenheit entdecken .



Nachmittags rollen wir weiter in das entzückende Nin. Die Altstadt liegt auf einer Insel und hat sich in den letzten Jahren sehr heraus geputzt. Neben den antiken Ausgrabungen ist vor allem die aus dem 9. Jahrhundert erhaltene Kirche, sie soll die kleinste Kathedrale weltweit gewesen sein, einen Besuch wert.


Unseren Hunger stillen wir mit einer köstlichen Fischplatte im empfehlenswerten Restaurant Sokol.


Mopedausflug auf die Insel Pag

Diesmal geht es Richtung Norden, zunächst zu der nur wenige Kilometer entfernten Brücke, die das Festland mit der Insel verbindet. Was für ein Kontrast zwischen dem tiefblauen Meer und den kahlen Felsen! Besonders schöne Ausblicke bieten die Überreste einer Befestigungsanlage an der Südspitze Pags.


Nach einer Fahrt durch den kargen Süden erreichen wir die ausgedehnten Salzgärten. Hier haben bereits die Römer Salz gewonnen. Die traditionelle Art der Salzgewinnung durch natürliche Verdunstung wurde vor 25 Jahren aufgegeben, als hier die Salzfabrik gebaut wurde. Heute ist "Solana Pag" die größte Salzproduktionsanlage in Kroatien mit einer Jahresproduktion von rund 30.000 Tonnen.


In der Stadt Pag, die wir kurz danach erreichen, erinnert noch ein Denkmal an die mühsame Arbeit des manuellen Abbaus.



Bei einem Rundgang durch die hübsche Altstadt können wir die berühmten Arbeiten aus Pager Spitze bewundern, die die Frauen bis heute in Handarbeit herstellen. Die wohl in jedem kroatischen Hafenort vorhandene Fischfabrik ist heute zu einer Partyzone umfunktioniert.



Dir Rückfahrt gestaltet sich etwas mühsam, da der Wind auffrischt und besonders im Bereich der Brücke recht ruppig wird.


Der letzte Abend wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Im nur ein paar Gehminuten entfernten Restaurant der Villa Stosic erleben wir kroatische Gastfreundschaft und einen traumhaften Sonnenuntergang.



Schweren Herzens verlassen wir das Kamp Odmoree und steuern den Fährhafen südlich von Zadar an.


Dugi Otok - die lange Insel


Fast ein banaler Name für diese paradiesische Insel!

Doch mit einer Länge von über 50 Kilometern macht sie ihrem Namen alle Ehre. Die einzige Straße, die die schmale Insel durchquert, bietet Aussichtspunkte mit atemberaubenden Ausblicken sowohl über die vielen Inseln Richtung Zadar bis zum Velebitgebirge, als auch auf das offene Meer der Adria im Westen.

Die Anreise gestaltet sich einfach. Rund eine Stunde vor der Abfahrt reihen wir uns in die Warteschlange am Hafen ein. Nach einer ruhigen Fahrt durch den Zadar vorgelagerten Archipel erreichen wir 90 Minuten später Dugi Otok, die am äußersten Rand gelegenen Insel.



Nur mehr wenige Kilometer fahren wir zum nördlichen Teil der Insel zum

Campingplatz MANDARINO

„Willkommen in unserem kleinen Pradies!“So wird man mit dem Infoblatt begrüßt - und ja, der Platz hier ist ein richtiger Wohlfühlort, auf dem man gerne länger verweilt.



Das für kroatische Verhältnisse kleine Kamp liegt terrassenförmig an einer geschützten Bucht. Wir haben uns im Vorfeld einen Stellplatz direkt oberhalb des Strandes gesichert.



Die sanitären Einrichtungen sind nicht nur modern, sondern werden zu jeder Tageszeit sauber gehalten. Ein schön gelegenes Restaurant, Kinderspielplatz und ein Shop mit dem Notwendigsten ergänzen die Infrastruktur. Positiv zu erwähnen ist hier auch der Umgang mit Wasser, einem raren Gut auf der Insel. Trinkwasser gibt es nur aus einer Quelle, das Brauchwasser muss mit Tankschiffen (siehe Video) auf die Insel gebracht werden. Das Abwasser wird jedoch aufbereitet und für die Toilettenspüplung wieder verwendet.



Nicht nur Angelo macht uns mobil, um die Insel zu erkunden, auch unser Kanu haben wir mit dabei. So können wir schöne, einsame Badebuchten in der Umgebung anfahren. Kristallklares, warmes Meerwasser, Schiffswracks und die Flora und Fauna unter Wasser begeistern uns.



Nähere Umgebung - der Norden Dugi Otoks


Das kleine Dorf Verunic liegt für uns in Gehentfernung, an der Bucht und gegenüber des Ortes und der Marina von Veli Rat.

Wie überall auf der Insel ist es hier ruhig, es gibt nur ein paar Appartementhäuser und zwei Konobas, in denen wir uns mit frischem Fisch verwöhnen lassen. Besonders hat uns die gemütliche Atmosphäre im Gorgonia gefallen, mit vom Chef selbst gefangenem Fisch. Frischer und in einer Plaka im Holzofen zubereitet kann man wohl nicht essen!


In Veli Rat auf der anderen Seite der Bucht mit einer Marina geht es im Restaurant Laterna noch etwas nobler zu, Sonnenuntergang inklusive.



Sakurunbucht - Liebe auf den zweiten Blick


Die Lage des Campingplatzes an den nördlichen Ausläufern der Insel ist genial. In nur rund 10 Gehminuten erreicht man an der Westseite eine weitere Bucht mit langem Sandstrand.

Bei unserem ersten Besuch am frühen Nachmittag in den letzten Augusttagen ist der Strand noch sehr bevölkert und leider auch verschmutzt.

Beim zweiten Besuch - nach einem Gewitter - ein ganz anderes Bild: Die Bucht menschenleer und wunderschön. Der lange Sandstrand zeigt sich uns jungfräulich, das Meer schillert in türkisblauen Tönen. Ein gut ausgebauter Weg führt uns um die fast kreisrunde Bucht hinaus zu einer kleinen Insel, die durch eine natürliche Brücke mit einem Festland verbunden ist. Naturpur!



Auf er dem offenen Meer zugewandten Seite zeigt sich die Insel von einer ganz anderen Seite: Ein wilder Felsstrand mit Klippen. Wie kontrastreich diese Insel selbst auf kleinstem Raum ist!



Noch einige Male, besonders am Morgen, spaziere ich zu diesem Traumstrand.


Unsere Mopedausflüge auf Dugi Otok


U -Boot Bunker und Bozava

Zunächst rollen wir an Bozava vorbei Richtung Else Platte. Wir durchfahren die Landschaft, geprägt von den typischen Steinmauern, die die Olivenhaine durchziehen. Unweit der Bucht liegt einer der im Kalten Krieg errichteten U- Bootbunker, wie so oft auf den äußeren kroatischen Inseln. Heute sind diese Bunker frei zugänglich und werden auch von Booten befahren.


Im netten Bozaa nehmen wir eine Erfrischung zu uns und sehen den Seglern zu, die in dem geschützten Hafen liegen.



Strand Veli Zal

An der Westküste gelegen. Bereits bei der recht steilen Abfahrt zur Bucht hat man einen schönen Blick auf die vorgelagerte Insel.

Die Bucht war bei unserem Besuch noch recht gut besucht, eine einladende Taverne und das türkisblaue Meer an der vollkommen unbewohnten Küste.



Dragove

Einsame Bucht an der Ostküste, herrlicher Blick auf die vorgelagerten Inseln und ebenfalls ein U- Bootbunker. Seht selbst zu welch verrückten Aktionen er heute benutzt wird !



Leuchtturm an der Nordspitze

Rund 5 Kilometer nördlich von Sveti Rat an den nördlichen Ausläufern der Insel steht der mächtige Leuchtturm in einer reizenden Landschaft. Der Pinienwald zieht sich bis zum Felsstrand, es gibt ein nettes Restaurant und einen Zelt- und Campingplatz.



Naturpark Telašćica

Schon die Anfahrt in den Süden der Insel bietet uns spektakuläre Ausblicke. Die einzige Straße der Insel verläuft in Nord- Süd- Richtung und wir können abwechselnd die karge und unbesiedelte Küste an der Westseite, als auch die Buchten und vorgelagerten Inseln im Osten sehen.



Der Naturpark im äußersten Süden bildet auf rund 70 Quadratkilometern eine Symbiose aus den 13 vorgelagerten Inseln, reizvollen Buchten und steil abfallenden Klippen.



Wir wandern zur Telaščica Bucht, dem größten Naturhafen Kroatiens. Von dort ist es nur mehr ein kurzer Weg zum Salzsee Mir.



Vom Informationszentrumund höchsten Aussichtspunkt, haben wir einen fantastischen Blick auf diese faszinierende Landschaft .



Die Klippen, die so genannte "Stene", erheben sich bis zu 200 m über dem Meeresspiegel und fallen fast senkrecht ins Meer ab.


Sali

Größter Ort der Insel. In der netten Bucht mit Hafen essen wir köstlich in der Konoba Magazin



Luka

Eine der vielen Buchten an der grünen Ostseite der Insel. Hier lässt es sich nicht nur herrlich schwimmen, sondern in der Bar auch einen Aperol Spritz trinken.


Wir haben die Insel mit allen ihren Facetten sehr lieb gewonnen. Das prognostizierte Tief traf pünktlich an unserem Abreisetag ein und machte uns den Abschied leicht.

Ratsam ist es, das Fährticket vorab zu buchen, um mit Sicherheit einen Platz auf dem Schiff nach Zadar zu bekommen.

Die See bei der Überfahrt war ruppig, in Zadar begann es kurz zu regnen, die Fahrt durch Kroatien erwies sich als problemlos.